ANNE SIMONE KRUEGER__ Lisa M. Stybor_ DAS RHEINPROJEKT


1 / 8ANNE SIMONE KRUEGER__ LISA M. STYBOR_ DAS RHEINPROJEKT Anne Simone Krüger Lisa M. Stybor - VON LICHT UND RAUM_ DAS RHEINPROJEKT 1817 ist ein besonderes Jahr fuer den Rhein: er wird auf eine Weise gemalt, wie man ihn noch nie zuvor sah. Kein geringerer als der englische Maler William Turner gelangt im August 1817 erstmalig dorthin. Angelockt hatten ihn Verse aus Lord Byrons Reisegedicht HAROLDs PILGERFAHRT. ... Weit droht ins offen Rheingefild_ der turmbezinnte Drachenstein_ Die breite Brust der Wasser schwillt –_ ans Ufer hin, bekränzt vom Wein ... so heißt es dort. Die Realität scheint Turners Erwartungen zu entsprechen, bis 1844 kehrt er zehnmal an den Rhein zurueck und fertigt zahlreiche Skizzen. Die Bilder, die aus diesen Skizzen entstanden, oeffneten der Rheinromantik ganz neue Wege, denn Turner zeigte die Natur entmaterialisiert. Viel wichtiger als zu malen, was er wusste, ist es ihm, das zu malen, was er sah. So entstanden atmosphaerische Bilder, in denen Licht und Luft greifbar zu werden scheinen. Man mag es als Zufall betrachten, dass die Kuenstlerin Lisa M. Stybor ihre Reise den Rhein entlang genau 200 Jahre nach Turner antrat. Auf Wegen, die der Englaender bereits gegangen war und darueber hinaus, findet sie allerdings zu ganz anderen Motiven und laesst auch das Jahr 2017 zu einem denkwuerdigen fuer den laengsten Fluss Europas werden. Denn zwei Jahrhunderte nach Turner hat sich der Blick auf den Rhein in diesen Bildern noch einmal grundlegend verändert, hat sich das Sehen selbst in der Malerei von Stybor einem radikalen Wandel unterzogen.
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2020